Vorstandsvorsitzender Christian Sewing: „Obwohl wir die umfassendste Restrukturierung unserer Bank seit zwei Jahrzehnten auf den Weg gebracht haben, haben wir im dritten Quartal in unseren vier Kerngeschäftsbereichen Gewinne erzielt. Wir konnten das Kreditvolumen und das verwaltete Vermögen steigern. Die Transformation ist in vollem Gang, mit spürbaren Fortschritten auf der Kostenseite und beim Risikoabbau. Eine harte Kernkapitalquote von 13,4 Prozent unterstreicht unsere Stärke. Ich danke unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre hervorragende Arbeit und ihren großen Einsatz in dieser Phase des Umbruchs. Und ich danke unseren Kunden für ihr großes Vertrauen in unsere neue Strategie.“

  • Transformation kommt beim Risikoabbau und auf der Kostenseite deutlich voran
  • Wie erwartet führten strategische Anpassungen zu einem Quartalsverlust nach Steuern von 832 Millionen Euro und einem Vorsteuerverlust von 687 Millionen Euro
  • Die Kernbank, die alle Bereiche außer der Abbaueinheit zur Freisetzung von Kapital (Capital Release Unit) umfasst, erzielte einen Gewinn von 353 Millionen Euro vor Steuern – trotz Belastungen von 315 Millionen Euro durch Sondereffekte¹, Restrukturierung und Abfindungen sowie Umbaukosten²
    • Alle vier Kerngeschäftsbereiche waren im dritten Quartal profitabel
  • Abbaueinheit zur Freisetzung von Kapital mit Verlust von 1,0 Milliarden Euro vor Steuern aufgrund des Rückzugs aus nicht strategischen Bereichen und der Umbaukosten³
  • Die harte Kernkapitalquote (CET 1) blieb stabil bei 13,4%
    • Risikoabbau in der Abbaueinheit gleicht Verluste durch Belastungen des Umbaus aus
  • Die Bank ist auf einem guten Weg, die Kostenziele für 2019 zu erreichen. Die bereinigten Kosten² sanken das siebte Quartal in Folge (ohne Berücksichtigung von Umbaukosten und Bankenabgaben)
    • Seit dem ersten Quartal 2018 sind die bereinigten Kosten auf Jahresbasis um 1,8 Milliarden Euro gesunken
    • Die zinsunabhängigen Aufwendungen betrugen 5,8 Milliarden Euro
  • Die Kernbank verzeichnet Wachstum in wichtigen Bereichen und demonstriert damit die Stabilität des Kundengeschäfts
    • Das Kreditvolumen stieg um 12 Milliarden Euro
    • Nettomittelzuflüsse von 5 Milliarden Euro
    • Das verwaltete Vermögen im Asset Management und in der Privatkundenbank stieg auf 1,24 Billionen Euro, ein Plus von 125 Milliarden Euro seit Jahresbeginn
    • Die Bank konnte Marktanteile in wichtigen Bereichen des Anleiheemissionsgeschäfts steigern und seit Juli über 50 Mandate für Aktienemissionen abschließen, platzieren oder gewinnen
  • Mitarbeiterzahl erstmals seit Übernahme der Postbank unter 90.000

Konzernergebnis geprägt von strategischem Umbau

Die Deutsche Bank (XETRA: DBKGn.DB / NYSE: DB) hat erhebliche Fortschritte bei ihrem Umbau gemacht und liegt im Plan mit Blick auf wichtige Ziele, die der Vorstand im Juli ausgegeben hatte. Die Bank konnte ihre Risiken und Kosten senken und ihr Geschäftsvolumen steigern.

Als Folge der Restrukturierungsmaßnahmen verbuchte die Deutsche Bank im dritten Quartal 2019 einen Verlust nach Steuern von 832 Millionen Euro und einen Verlust vor Steuern von 687 Millionen Euro. Dazu trugen auch Bewertungsanpassungen bei latenten Steueransprüchen von 380 Millionen Euro bei, die im Zuge der Umsetzung der Strategie eingeplant waren.

In der Strategie-Ankündigung vom 7. Juli hatte die Bank für dieses Jahr insgesamt 2,8 Milliarden Euro für Bewertungsanpassungen bei latenten Steueransprüchen veranschlagt – davon sind nun 2,4 Milliarden Euro verbucht. Von den insgesamt derzeit für 2019 erwarteten bis zu 1,0 Milliarden an umbaubedingten Aufwendungen, im Wesentlichen für Wertberichtungen bei Software, sind inzwischen 537 Millionen Euro angefallen. Hinzu kommen Restrukturierungs- und Abfindungskosten in Höhe von 234 Millionen Euro; hier liegt der derzeitige Plan für das Gesamtjahr bei 700 Millionen Euro.

Die Kernbank, die alle Bereiche außer der Abbaueinheit zur Freisetzung von Kapital (Capital Release Unit) umfasst, erzielte einen Quartalsgewinn von 353 Millionen Euro vor Steuern. Dabei waren alle vier Geschäftsbereiche profitabel. Das Ergebnis der Kernbank wurde durch Sondereffekte und Umbaukosten von 315 Millionen Euro belastet. Davon fielen 81 Millionen Euro auf der Ertragsseite an - dazu zählten insbesondere Bewertungsanpassungen für das eigene Kreditrisiko (Debt Valuation Adjustments – DVA). Dazu kamen auf der Aufwandseite 98 Millionen Euro an Umbaukosten sowie 135 Millionen Euro an Restrukturierungs- und Abfindungskosten. Ohne diese Einflussfaktoren hätte der Vorsteuergewinn der Kernbank bei 668 Millionen Euro gelegen.

Die Abbaueinheit verzeichnete im dritten Quartal einen Verlust vor Steuern von 1,0 Milliarden Euro. Das lag vor allem daran, dass Erträge aus nicht fortgesetzten Geschäftsfeldern wegfielen, und an den Kosten des Umbaus.

Die prozentualen Veränderungen in dieser Medien-Information beziehen sich jeweils auf den Vergleich des dritten Quartals 2019 mit dem dritten Quartal 2018, sofern nicht anders angegeben.

Umsetzung der Strategie: erhebliche Fortschritte

Die Deutsche Bank hat erhebliche Fortschritte bei wichtigen Elementen ihres Umbaus erreicht:

Die Abbaueinheit zur Freisetzung von Kapital machte deutliche Fortschritte beim Abbau der risikogewichteten Aktiva (RWA) und der Bilanz.

  • Die risikogewichteten Aktiva sanken im dritten Quartal um 9 Milliarden Euro und seit Jahresbeginn um 16 Milliarden Euro auf 56 Milliarden Euro. Das Ziel für das Jahresende liegt bei 52 Milliarden Euro.
  • Die Gesamtverschuldung (Leverage Exposure) reduzierte sich im Quartal um 73 Milliarden Euro und seit Jahresbeginn um 104 Milliarden Euro auf 177 Milliarden Euro. Das Ziel für das Jahresende liegt bei 119 Milliarden Euro.

Die Gesamtverschuldung zum Ende des dritten Quartals schließt rund 40 Milliarden Euro ein, die im Zusammenhang mit dem Geschäft mit Hedgefonds (Prime Finance) stehen, dessen Übernahme durch BNP Paribas vereinbart worden ist. Es wird erwartet, dass etwa 50% dieses Volumens mit Abschluss dieser Vereinbarung vor dem Ende dieses Jahres abgebaut wird. Die andere Hälfte soll in späteren Quartalen übertragen werden. Das Ziel für die Gesamtverschuldung unterstellt, dass die Vereinbarung im vierten Quartal 2019 abgeschlossen wird und der Transfer der verbleibenden Gesamtverschuldungsposition später erfolgt.

Die bereinigten Kosten² verringerten sich um 4% auf 5,2 Milliarden Euro (ohne Umbaukosten). Damit sind die Kosten das siebte Quartal in Folge gesunken (ohne Berücksichtigung von Bankenabgaben). Die bereinigten Kosten gingen in allen Bereichen zurück, außer bei der IT, wo die Bank im Zuge ihrer Strategie vorrangig investieren will. Die Bank bestätigt ihr Jahresziel von 21,5 Milliarden Euro für die bereinigten Kosten ohne Umbau-Belastungen.

Die Deutsche Bank konnte ihr Geschäftsvolumen weiter steigern, was zukünftiges Ertragswachstum unterstützen wird.

  • Das Kreditvolumen nahm in der Kernbank um 12 Milliarden Euro auf 423 Milliarden Euro zu. Ohne Währungseffekte betrug der Zuwachs 6 Milliarden Euro. Das Wachstum konzentrierte sich auf ausgewählte Bereiche mit hoher Kreditqualität in der Unternehmensbank, der Investmentbank und der Privatkundenbank.
  • Das verwaltete Vermögen im Asset Management und der Privatkundenbank betrug 1,24 Billionen Euro. Im dritten Quartal stieg es um 37 Milliarden Euro, unter anderem durch Nettomittelzuflüsse von 5 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten 2019 legte das verwaltete Vermögen um 125 Milliarden Euro zu, einschließlich Nettomittelzuflüssen von 23 Milliarden Euro.

Erträge in der Kernbank behauptet

Die Erträge lagen im dritten Quartal bei 5,3 Milliarden Euro, ein Rückgang um 15%. Dies ist in erster Linie auf die strategische Entscheidung der Bank zurückzuführen, sich aus dem Aktienhandel zurückzuziehen.

Die Erträge in der Kernbank betrugen 5,5 Milliarden Euro, ein Rückgang um 4%. Ohne Sondereffekte¹ betrugen sie 5,6 Milliarden Euro, ein Rückgang um 3%. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Quartal erheblich durch die Restrukturierung, eine schwächere Konjunktur weltweit und anhaltenden Druck durch das Niedrigzinsumfeld geprägt war. Die Erträge der stabileren, leichter kontrollierbaren Geschäftsbereiche, also in der Unternehmensbank, der Privatkundenbank und dem Asset Management, sind geringfügig gestiegen. Diese Geschäftsbereiche erzielten 71% der Erträge der Kernbank.

¹ Sondereffekte im dritten Quartal 2019 und im dritten Quartal 2018

Sondereffekte

Fortschritte bei den Kosten

Die zinsunabhängigen Aufwendungen betrugen im dritten Quartal 5,8 Milliarden Euro, ein Anstieg um 4%. Sie enthielten 234 Millionen Euro an Kosten für Restrukturierung und Abfindungen sowie 186 Millionen Euro an weiteren Umbaukosten wie Wertanpassungen bei Software.

Die bereinigten Kosten² ohne Belastungen des Umbaus betrugen 5,2 Milliarden Euro, ein Rückgang um 4%. Die Personalkosten sanken aufgrund des Stellenabbaus und geringerer Mitarbeitervergünstigungen. Zudem gab die Bank weniger für externe Beratungsleistungen aus. Zum Rückgang bei sonstigen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr trugen Wertaufholungen und geringere Mieten bei.

In der Kernbank betrugen die bereinigten Kosten ohne Umbau-Belastungen 4,7 Milliarden Euro, ein Rückgang um 2% gegenüber dem Vorjahresquartal.

Im dritten Quartal wurde mit der Einführung der neuen Konzernstruktur der Verteilungsschlüssel für die Kosten interner Dienstleistungen geändert. Die Änderung hat keinen Einfluss auf das Konzernergebnis, hat aber in diesem Quartal die Ergebnisse der Geschäftsbereiche und den Vergleich zum Vorjahr beeinflusst.

² Zinsunabhängige Aufwendungen, bereinigte Kosten und bereinigte Kosten vor Transformationskosten im dritten Quartal 2019 und im dritten Quartal 2018

Zinsunabhängige Aufwendungen

³ Umbaukosten bzw. Transformationskosten entsprechen dem Teil der bereinigten Kosten, der in direktem Zusammenhang mit der am 7. Juli 2019 angekündigten neuen Strategie der Deutschen Bank steht. Im zweiten und dritten Quartal 2019 gehörten dazu umbaubedingte Wertberichtigungen bei Software, eine beschleunigte Abschreibung bei Immobilien, Rechtskosten im Zusammenhang mit der Veräußerung von Aktiva sowie die vierteljährliche Abschreibung auf Software für den Aktienhandel.

Die Zahl der Mitarbeiter (auf Vollzeitstellen gerechnet) verringerte sich zum Quartalsende auf 89.958, ein Rückgang um rund 4.750 im Jahresvergleich. Damit liegt die Mitarbeiterzahl erstmals seit der Übernahme der Postbank im Jahr 2010 unter 90.000.

Die Kreditqualität bleibt solide

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug im dritten Quartal 175 Millionen Euro, eine Zunahme um 86 Millionen Euro. Die Risikovorsorge wurde von einer Reihe von Einzelrückstellungen beeinflusst, insbesondere in der Unternehmensbank. Die Risikovorsorge beinhaltet einen positiven Effekt von 167 Millionen Euro aus Modellanpassungen und der jährlichen Rekalibrierung von Prognosen sowie einen negativen Effekt von 63 Millionen Euro aufgrund der vierteljährlichen Anpassung makroökonomischer Variablen. In Summe entlasten diese beiden Faktoren die Risikovorsorge um 104 Millionen Euro. Sie haben sich auf die Ergebnisse der Kerngeschäftsbereiche positiv ausgewirkt.

Mit 0,15 Prozent des Kreditvolumens im bisherigen Jahresverlauf blieb die Risikovorsorge im historischen Vergleich weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Darin spiegeln sich die oben genannten positiven Effekte, strenge Richtlinien zur Kreditvergabe und das niedrige Risikoprofil des Kreditportfolios der Bank wider.

Weiterhin starke Kapitalausstattung und Bilanz

Die harte Kernkapitalquote (CET 1) betrug zum Ende des Quartals 13,4% und blieb damit stabil im Vergleich zum Vorquartal. Entsprechend der Strategie der Bank glich der Risikoabbau, der auch zu geringeren risikogewichteten Aktiva für operationelle Risiken führte, den negativen Effekt des Quartalsverlustes aus, der durch den Umbau entstand.

Die risikogewichteten Aktiva lagen zum Ende des Quartals bei 344 Milliarden Euro, ein Abbau um 3 Milliarden Euro. Dem Rückgang von 9 Milliarden Euro in der Abbaueinheit stand das Geschäftswachstum in der Kernbank gegenüber.

Die Verschuldungsquote (Vollumsetzung) lag zum Ende des Quartals bei 3,9% und war damit in etwa stabil im Vergleich zum Vorquartal. Die Verschuldungsquote gemäß Übergangsregeln war gegenüber dem Vorquartal stabil bei 4,2%. Die Gesamtverschuldung reduzierte sich um 13 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 39 Milliarden Euro. Auch hier stand dem Rückgang in der Abbaueinheit von 73 Milliarden Euro das Geschäftswachstum in der Kernbank gegenüber.

Die Liquiditätsreserven blieben mit 243 Milliarden Euro zum Ende des dritten Quartals weiterhin hoch. Die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio) lag zum Quartalsende bei 139%. Dies entspricht einem Überschuss von 59 Milliarden Euro gegenüber der Mindestanforderung von 100%.

Konzernergebnis im Überblick

Konzernergebnis

Segmentergebnisse

Unternehmensbank

Die Unternehmensbank kam im Quartal im Hinblick auf ihre strategischen Ziele gut voran – sie konnte ihr Geschäftsvolumen steigern und das Ertragswachstum beschleunigen.

Die Erträge lagen bei 1,3 Milliarden Euro, ein Anstieg um 6%, vor allem aufgrund höherer Zinserträge und positiver Währungseffekte. Das Kreditvolumen stieg um 7%.

In der Globalen Transaktionsbank stiegen die Erträge im Zahlungsverkehr (Cash Management) durch eine bessere Bilanzsteuerung sowie Anpassungen bei der Preisgestaltung für Einlagen leicht an. Das Ertragswachstum in der Handelsfinanzierung beruht auf einer höheren Kreditvergabe in den Wachstumsregionen der Bank, Deutschland und Asien. Im deutschen Firmenkundengeschäft entwickelten sich die Erträge solide, unter anderem durch ein Kreditwachstum von 4 Milliarden Euro in ausgewählten Geschäftsfeldern.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich auf 76 Millionen Euro, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal. Dazu haben diverse Einzelrückstellungen beigetragen, die durch die oben genannten positiven Effekte zum Teil kompensiert wurden.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen stiegen um 13% auf 989 Millionen Euro. Die bereinigten Kosten ohne Umbau-Belastungen beliefen sich auf 973 Millionen Euro, ein Anstieg um 14%. Grund dafür waren höhere Ausgaben für Kontrollen und Technologie sowie die genannten Änderungen bei der Verrechnung konzerninterner Dienstleistungen.

Der Gewinn vor Steuern belief sich im dritten Quartal auf 254 Millionen Euro im Quartal, ein Rückgang um 27% - vor allem aufgrund der genannten Kosteneffekte.

Ergebnisse der Unternehmensbank im Überblick

Unternehmensbank

Investmentbank

Obwohl die Investmentbank einen tiefgreifenden Umbau eingeleitet hat, erzielte sie gute Fortschritte in Hinblick auf die Stabilisierung von Erträgen, hat Ressourcen umgeschichtet und die Kosten gesenkt.

Die Erträge beliefen sich auf 1,6 Milliarden Euro, ein Rückgang um 5% gegenüber dem Vorjahresquartal. Ohne Sondereffekte¹, insbesondere Bewertungsanpassungen für das eigene Kreditrisiko (DVA), sanken die Erträge um 3% auf 1,7 Milliarden Euro.

Die Erträge im Emissions- und Beratungsgeschäft stiegen bei der Deutschen Bank um 20% gegenüber dem Vorjahresquartal, während die Provisionseinnahmen in der Branche insgesamt laut Dealogic unverändert geblieben waren. Wachstumsfelder waren insbesondere das Beratungsgeschäft und das Anleiheemissionsgeschäft, wobei die Deutsche Bank bei Hochzinsanleihen und gehebelten Finanzierungen (Leveraged Loans) Marktanteile gewinnen konnte (Quelle: Dealogic).

Die Erträge im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (FIC) beliefen sich auf 1,2 Milliarden Euro. Die Erträge im Finanzierungsgeschäft stiegen aufgrund aktiverer Kunden und eines Kreditwachstums in bestimmten Bereichen um 4 Milliarden Euro im Quartal und um 12 Milliarden im bisherigen Jahresverlauf, jeweils gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Erträge im Währungshandel gingen leicht zurück. Das lag vor allem an der anhaltend geringen Volatilität des Marktes, die durch einen Zuwachs bei Transaktionen von Unternehmenskunden teilweise ausgeglichen wurde. Die Erträge im Handel mit Staats- und Schwellenländer-Anleihen gingen zurück. Ursache dafür waren die Neuausrichtung des Geschäfts und die herausfordernden Marktbedingungen. Letztere führten im dritten Quartal auch zu Verlusten.

Die Deutsche Bank strebt weiterhin ein robustes, breit aufgestelltes Geschäft mit Staats- und Schwellenländer-Anleihen an. Darin fühlt sich die Bankführung durch die bisherigen Fortschritte beim Umbau des Bereichs und die jüngste Geschäftsentwicklung bestätigt.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich im dritten Quartal auf 20 Millionen Euro. Dieses niedrige Niveau spiegelt die hohe Qualität des Portfolios und die oben genannten positiven Effekte wider.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen stiegen leicht auf 1,6 Milliarden Euro. Die bereinigten Kosten² sanken ohne die Belastungen durch den Umbau um 3% auf 1,4 Milliarden Euro. Hier wirkten sich die bisherigen Sparmaßnahmen positiv aus, ebenso wie die oben genannte Änderung bei der Verrechnung konzerninterner Dienstleistungen.

Der Gewinn vor Steuern belief sich im dritten Quartal auf 64 Millionen Euro, ein Rückgang um 73% gegenüber dem Vorjahresquartal.

Ergebnisse der Investmentbank im Überblick

Investmentbank

Privatkundenbank

Die Privatkundenbank hat im Berichtsquartal weitere Fortschritte mit Blick auf ihre Ziele gemacht. Die Integration des Geschäfts in Deutschland lieferte weitere Kostensynergien. Daneben konnten alle Geschäftsbereiche ihr Geschäftsvolumen ausbauen, und im Wealth Management, dem Geschäft mit vermögenden Kunden, hat sich das Ertragswachstum deutlich beschleunigt.

Die Erträge beliefen sich auf 2,1 Milliarden Euro, ein Rückgang um 3% oder um 2% ohne Sondereffekte¹. In der Privatkundenbank Deutschland sanken die Erträge um 5%, was unter anderem am niedrigeren Zinsumfeld lag. Dies wurde teilweise ausgeglichen durch ein Wachstum der Erträge in der Privatkundenbank International (+5%) und im Wealth Management (+5% ohne Sondereffekte¹). Insgesamt setzte die Privatkundenbank ihren geschäftlichen Wachstumstrend fort: In den vergangenen 12 Monaten konnten das Kreditvolumen um 4% und das verwaltete Vermögen um 3% ausgebaut werden.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich auf 54 Millionen Euro, ein Rückgang um 18%. Dazu beigetragen haben die oben genannten Effekte sowie das fortgesetzt niedrige Risikoprofil des Portfolios.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich auf 1,9 Milliarden Euro, ein Rückgang um 1% gegenüber dem Vorjahresquartal. Die bereinigten Kosten² ohne Belastungen im Zusammenhang mit dem Umbau betrugen ebenfalls 1,9 Milliarden Euro und lagen um 1% unter Vorjahr. Einsparungen aus Reorganisationsmaßnahmen, vor allem in Deutschland, standen höhere Investitionen in den geschäftlichen Ausbau von Wealth Management sowie Belastungen aus der oben genannten Änderung der Verrechnung für konzerninterne Dienstleistungen gegenüber.

In den ersten neun Monaten 2019 erzielte die Privatkundenbank aus dem Integrationsprojekt in Deutschland Kostensynergien von insgesamt rund 150 Millionen Euro und bleibt damit auf Kurs, den Gesamtjahresplan zu erreichen.

Der Gewinn vor Steuern belief sich auf 92 Millionen Euro, ein Rückgang um 22% im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Ergebnisse der Privatkundenbank im Überblick

Privatkundenbank

Asset Management

Die DWS ist auf einem guten Weg, ihre Ziele bei Nettomittelzuflüssen und bei der Kosten-Ertrags-Relation zu erreichen. Dazu trägt bei, dass die Kosten schneller als geplant gesenkt werden konnten. Der Geschäftsbereich verzeichnete im dritten Quartal in Folge Nettomittelzuflüsse, vor allem in den Wachstumsbereichen Passive Fonds, Multi-Asset-Fonds und Alternative Fonds.

Die Erträge beliefen sich auf 543 Millionen Euro, ein Rückgang um 4%. Bereinigt um den Einfluss der niedrigeren Zinsen auf den Zeitwert von Garantien für bestimmte Altersvorsorgeprodukte blieben die Erträge nahezu unverändert – trotz eines branchenweiten Drucks auf die Gebühren.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich auf 404 Millionen Euro, ein Anstieg um 3%, weil im Vorjahresquartal einmalig Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten aufgelöst werden konnten. Die bereinigten Kosten² ohne die Belastungen des Umbaus sind um 6% auf 389 Millionen Euro gesunken. Dazu beigetragen haben Sparinitiativen, insbesondere bei Beraterkosten.

Der Gewinn vor Steuern belief sich im dritten Quartal auf 105 Millionen Euro, ein Rückgang um 27%. Hauptgrund war, dass sich die oben genannte Auflösung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im Vorjahresquartal in diesem Quartal nicht wiederholte.

Das verwaltete Vermögen stieg im dritten Quartal um 33 Milliarden Euro auf 754 Milliarden Euro, den höchsten Wert seit 2015. Dazu beigetragen haben Nettomittelzuflüsse von 6 Milliarden Euro, die Entwicklung der Märkte und günstige Wechselkurseffekte. In drei aufeinander folgenden Quartalen mit Nettomittelzuflüssen erreichten diese insgesamt 13 Milliarden Euro. Das verwaltete Vermögen stieg seit Jahresbeginn um 89 Milliarden Euro.

Ergebnisse Asset Management im Überblick

Asset Management

Corporate & Other

Der Bereich Corporate & Other verbuchte einen Verlust vor Steuern von 161 Millionen Euro, nach einem Vorsteuerverlust von 23 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Hauptgrund waren höhere Belastungen für Liquidität und Refinanzierung, weil bestimmte Finanzierungskosten im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen Rahmenwerks für die interne Verrechnung zentral gebucht wurden. Hinzu kamen Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 78 Millionen Euro im Quartal.

Weitere Faktoren waren restrukturierungsbedingt höhere aktionärsbezogene Aufwendungen und ein geringerer positiver Beitrag von Bewertungs- und Terminierungsdifferenzen.

Ergebnisse Corporate & Other im Überblick

Corporate & Other

Abbaueinheit zur Freisetzung von Kapital

Die im Juli gebildete Abbaueinheit erzielte deutliche Fortschritte: Positionen aus dem Aktienhandel wurden ebenso zurückgefahren wie die entsprechende Betriebsorganisation. Auch der Abbau von Positionen aus dem Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und anderen Aktiva kam voran.

Die Erträge beliefen sich im dritten Quartal 2019 auf negative 223 Millionen Euro. Hauptgrund hierfür waren 100 Millionen Euro an Sondereffekten1 einschließlich Bewertungsanpassungen für das eigene Kreditrisiko (DVA) und einer Aktualisierung der Bewertungsmethodik. Die Erträge wurden auch belastet durch Kosten für Absicherungsgeschäfte und für die Reduzierung von Risiken, auch für inzwischen abgebaute Portfolios. Die operativen Erträge ohne Liquiditäts- und andere Finanzierungskosten waren nahezu null.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich auf 790 Millionen, ein Rückgang um 21% gegenüber dem zweiten Quartal 2019. Geringere Belastungen durch den Umbau wurden mehr als aufgewogen durch höhere Restrukturierungskosten, Abfindungen und Rückstellungen für Rechtsfälle. Die bereinigten Kosten² ohne Belastungen des Umbaus sanken um 6% auf 580 Millionen Euro. Der Bereich hatte 16% weniger Mitarbeiter und setzte Sparmaßnahmen um.

Der Verlust vor Steuern belief sich auf 1,0 Milliarden Euro, ein Anstieg um 35% gegenüber dem zweiten Quartal 2019, vor allem aufgrund geringerer operativer Erträge und aufgrund von Sondereffekten auf der Ertragsseite.

Ergebnisse Abbaueinheit im Überblick

Abbaueinheit

Eine Darstellung der Ergebnisse der Deutschen Bank in den ersten neun Monaten finden Sie in der Ertragsübersicht zum 30. September 2019 www.db.com/de/quartalsergebnisse

Die Ergebnisse des 3. Quartals 2019 werden am heutigen Mittwoch, 30. Oktober 2019, um 13.00 Uhr (MEZ) in einer Telefonkonferenz für Analysten erläutert. Die Konferenz wird im Internet übertragen: www.db.com/de/quartalsergebnisse

Eine Telefonkonferenz für Fixed-Income-Investoren findet am Montag 4. November 2019, um 16.00 Uhr (MEZ) statt. Auch diese Konferenz wird im Internet übertragen: www.db.com/de/fremdkapital-praesentationen

Die Ergebnisübersicht, die Finanztabellen (Financial Data Supplement, FDS), die Präsentation und der Audio-Webcast für die Analysten-Telefonkonferenz sind über folgenden Link abrufbar: www.db.com/de/quartalsergebnisse

Der Säule-3-Bericht der Deutschen Bank zum dritten Quartal 2019 wird am 30. Oktober 2019 veröffentlicht: www.db.com/de/regulatorische-Veroeffentlichungen

Dieses Dokument beinhaltet bereinigte IFRS-Zahlen. Die Überleitung der bereinigten auf die berichteten Finanzzahlen nach IFRS ist im Financial Data Supplement enthalten und dort sowie in der Ergebnisübersicht zu finden.

 

 

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