Nachricht 27. Januar 2022

Gegen Ausgrenzung und Vergessen – Wir zeigen Licht

Seit 2019 unterstützt die Deutsche Bank zusammen mit Borussia Dortmund, Daimler, Deutsche Bahn und Volkswagen den Ausbau der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel. Zum diesjährigen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar beteiligt die Bank sich an der Aufkleberaktion „Licht zeigen“ des Freundeskreises Yad Vashem. 80.000 Aufkleber eines Chanukka-Leuchters, die über die Kieler Nachrichten diese Woche an alle Leser verteilt wurden, sollen ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Gewalt und Vergessen setzen.

Hanukkah-menorah--Rahel-Posner-Kiel-1931

Den abgebildeten Leuchter hat Rahel Posner zum Chanukkafest 1931 fotografiert. Er steht an einem Fenster ihrer Kieler Wohnung, gegenüber hängt eine Nazifahne. Ihr Mann Arthur Posner, Doktor der Philosophie an der Universität Halle-Wittenberg, war der letzte Rabbiner der Gemeinde Kiel vor dem Holocaust. Sein offener Brief gegen die ersten Plakate mit der Aufschrift „Juden haben keinen Zutritt” war in Lokalzeitungen erschienen. So geriet er ins Fadenkreuz der NSDAP, was schlussendlich dazu führte, dass die Familie Posner nach ins heutige Israel flüchtete.

Das Foto des Leuchters ist neben vielen anderen Artefakten in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zu sehen. Heute soll es ein Zeichen gegen das Vergessen setzen und dagegen, dass wir aktuelle Bedrohungen ignorieren. Der Leuchter steht für Licht in der Dunkelheit und für den Mut, sich einem mörderischen Regime zu widersetzen.

Die Aktion „Licht zeigen“ soll auch ein neuer Weg sein, die Erinnerung wach zu halten. Es geht darum, mithilfe von Exponaten aus der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem einzelne Schicksale neu zu betrachten. „Es ist unsere gemeinsame Verantwortung neue Formen des Erinnerns zu finden“, so Ruth Ur, Geschäftsführerin des Freundeskreises Yad Vashem und Initiatorin des Projekts „Licht zeigen“.

In den letzten drei Jahren hat die Deutsche Bank sich an mehreren Aktionen beteiligt. Zuletzt mit einer Gedenkveranstaltung in Berlin zum Holocaust Gedenktag 2021.

„Unser Engagement für Yad Vashem ist Teil unserer Unternehmenskultur, die für Offenheit und Vielfalt steht. Wir wollen, dass Diskriminierung nie wieder Platz in der Deutschen Bank und in Deutschland hat. Daher freue ich mich, mit meinen Kolleginnen und Kollegen ein Zeichen mit unserem Foto setzen zu können.“, sagte Paul Achleitner, der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank.

Von links nach rechts, von oben nach unten: Karl von Rohr, stellvertretender Vorstandsvorsitzender; Dr. Virginia Bastian, Global Head of Talent , Development & Suitability; Stefan Simon, Chief Administrative Officer; Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender; Anna Herrhausen, Alfred Herrhausen Gesellschaft; James von Moltke, Chief Financial Officer; Jörg Eigendorf, Konzernsprecher Communications & Corporate Social Responsibility; Christiana Riley, Chief Executive Officer Americas; Joe Salama, Global Head of Anti-Financial Crime

Die Deutsche Bank und der Nationalsozialismus – einige Fakten

  • Die Deutsche Bank war das erste deutsche Finanzinstitut, das seine Geschichte in der NS-Zeit eingehend und vorbehaltlos von unabhängigen Historikern untersuchen ließ.
  • Die Deutsche Bank gehörte zu den 13 deutschen Unternehmen, die 1999 der Bundesregierung die Errichtung der Stiftungsinitiative „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ vorschlugen. Die Stiftung entstand im Jahr darauf. Für Zwangsarbeiter und andere Opfer des NS-Regimes stellten die Bundesregierung und die Wirtschaft zusammen fünf Milliarden Euro zur Verfügung.
  • Gerade im Bankwesen haben vor 1933 Mitarbeiter christlicher und jüdischer Herkunft eng und reibungslos zusammengearbeitet. Einer der Gründer der Bank (Ludwig Bamberger) und eines ihrer ersten Vorstandsmitglieder (Paul Wallich) waren jüdischen Glaubens, außerdem drei der sechs Vorstandssprecher vor 1933 (Paul Mankiewitz, Oscar Wassermann, Georg Solmssen).
  • Zur Erinnerung an die verfolgten jüdischen Angestellten der Deutschen Bank werden ihre Einzelschicksale recherchiert und seit 2021 schrittweise auf der Webseite der Historischen Gesellschaft der Deutschen Bank e.V. veröffentlicht. Ziel ist es, möglichst vielen ein Gesicht zu geben.

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